Bau St. Paulus Döbeln
Sehr geehrter, lieber Herr Bischof, sehr geehrte liebe Gemeinde, liebe Gäste und Mitbrüder, sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,
wenn ich jetzt das Wort ergreife, ist es ein Wort des Dankes.
Dies ist eine sehr angenehme Aufgabe.
- Danke sei gesagt alles Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Baufirmen und Ingenieurbüros. Alle haben Sie zuverlässig und sehr gut das Gelingen der Renovierung und Restaurierung möglich gemacht.
- Danke Ihnen, Herr Dipl.- Restaurator Sven Taubert. Durch Ihre Planung, Ihr fachliches Wissen sowie Ihren Ideenreichtum, ist es gelungen, diesen Kirchenraum einladend und wieder liturgisch zu gestalten. Entsprechend der Anregungen der Pfarrei.
-Danke Ihnen den Mitgliedern der Pfarrgemeinde. Sie haben den Bau aktive Mithilfe bei etlichen Arbeitseinsätzen sowie Ihre Gedanken und Vorschläge zur Gestaltung des Kirchenraumes.
- Danke Ihnen, Herr Bischof Timmerevers. Schon vor Jahren haben Sie die Wichtigkeit der Renovierung insbesondere der Restaurierung dieser Pfarrkirche betont.
Das hat auch ganz speziell mir Mut gemacht, diese Aufgabe anzugehen. Besonders sei Ihnen Dank gesagt für die Überlassung der liturg. Ausstattungsstücke der nun ehemaligen Ordinariatskapelle.
Herr Prof. Ulrich Eisner aus Dresden, dem ich an dieser Stelle auch ausdrücklich danke, hat dafür einen Hintergrund geschaffen, der den gesamten Altarraum ,,wie aus einem Guß" erscheinen lässt.
Ein großes Dankeschön sei der evang. Kirchgemeinde ausgesprochen. 7 Monate lang durften wir Gast sein in der evang. St. Jacobi Kirche, konnten dort unsere Sonntagsmessen feiern. Wir sind gern dagewesen.
-Danke Denkmalschutzbehörden. Sie gaben uns gute, weiterbringende fachliche Hinweise.
-Danke dem Bonifatiuswerk in Paderborn, für die großzügige finanzielle Hilfe.
-Danke der Ostdeutschen Sparkassenstiftung sowie der Kreissparkasse Döbeln für die ebenfalls großzügige übernahme der Kosten für die Restaurierung der Bleiglasfenster.
-Danke der Dietmar Sandow Stiftung, dass auch wir an den Ausschüttungen der Stiftung Anteil erhalten, welche direkt für unsere Pfarrkirche eingesetzt werden können und sollen.
- Danke Karl´s Erlebnisdorf Döbeln für eine großzügige Spende für die Restaurierung unseres Altarbildes.
- und was ich keinesfalls vergessen möchte: Danke unseren Hauptamtlichen Team: Dir, Mitbruder Andreas Leuschner, Ihnen der Verwaltungsleiterin Iris Kübler sowie Ihnen der Sekretärinnen Franziska Torge und Kristin Werner.
- Danke Ihnen allen, die Sie heute gekommen sind, um mitzufeiern.
Möge dieses Gotteshaus zum Bau des Hauses aus lebendigen Steinen, zum Aufbau der Gemeinde, beitragen .
Pfarrer Steffen Börner
Pressemitteilung
Weihe St. Johannes, Döbeln
DÖBELN, 30.11.2025
Bau-, Umbau- und Restaurierungsgeschichte der Sankt-Johannes-Kirche von 1913 bis 2025
Die Kirchengemeinde der Sankt-Johannes-Kirche legt eine aktualisierte Zusammenstellung zur historischen Entwicklung ihres Kirchengebäudes vor. Das Gotteshaus, das in den Jahren 1913/14 gemeinsam mit dem Pfarrhaus errichtet wurde, basiert auf einem Entwurf des Architekten Robert Witte aus Dresden. 1916 konnte die Kirche feierlich geweiht werden.
In ihrer ursprünglichen Gestalt war sie deutlich reichhaltiger ausgestattet, als dies heute sichtbar ist. Eine tiefgreifende bauliche Neugestaltung erfolgte zwischen 1969 und 1972. Dabei wurden zahlreiche traditionelle Elemente entfernt, um den Kirchenraum im Sinne der modernen liturgischen Vorstellungen der 1970er Jahre neu zu gestalten.
Wichtige Maßnahmen des Umbaus 1969–1972
Verlegung der Sakristei vom vorderen in den hinteren Bereich der Kirche
Einrichtung eines neuen Beichtraums
Entfernung des Taufsteins
Einziehen einer Zwischendecke im Altarraum
Abtragung des Altars mit Kreuz sowie der Seitenaltäre
Entfernung bzw. Ausbau von drei Bleiglasfenstern mit figürlichen Darstellungen
Aushebung eines Heizungsschachtes im Mittelgang
Verbindung der alten Sakristei mit dem alten Altarraum zum neuen Gemeinderaum
Erneuerung der kompletten elektrischen Anlage
Umfassende Malerarbeiten einschließlich Altarwand- und Standkreuzgestaltung
Ersatz der Kirchenbänke
Neugestaltung 2024–2025 - Von der Vision hin zur Verwirklichung
Nach über fünf Jahrzehnten ohne grundlegende bauliche Eingriffe begann die Kirchengemeinde 2024 mit der Planung einer umfassenden Neugestaltung, Instandsetzung und Restaurierung des Kirchenraumes. Ziel war es, die historische Substanz zu bewahren, den Raum ästhetisch aufzuwerten und an die Bedürfnisse der Gemeinde anzupassen.
Diese Aufgabe lag in den Händen von Sven Taubert (Dresden), der alle funktionalen und ästhetischen Aspekte in enger Abstimmung mit dem Pfarrer der Gemeinde, Steffen Börner, in ein Gesamt-Gestaltungskonzept überführte.
Die Gemeinde der St. Johannes-Kirche spielte bei der aktuellen Kirchenbaumaßnahme eine zentrale Rolle. Bereits 2023 formulierte sie ihre Wünsche und Erwartungen an die zukünftige Gestaltung des Kirchenraumes, insbesondere des Altarplatzes als liturgische Mitte. In mehreren Beratungen mit dem Planer Sven Taubert wurden Ideen gesammelt und konkretisiert sowie die voraussichtlichen Kosten als auch den zeitlichen Rahmen der Umsetzung festgesetzt.
Die Umsetzung dieses umfangreichen Vorhabens erfolgte zwischen April und November 2025. Dabei wurden die technischen und gestalterischen Maßnahmen realisiert, um den Kirchenraum für die kommenden Jahrzehnte nachhaltig zu sichern und liturgisch zeitgemäß auszustatten.
Bauliche Eingriffe
Zu den wesentlichen baulichen Eingriffen gehörte die Entfernung des bis 1971 eingebauten Archivraumes auf der Nordseite des Kirchraumes. Dieser Raum war vollständig verputzt und verdeckte die ursprüngliche Architektur.
Darüber hinaus wurde die Freilegung der ornamental profilierten Porphyrsäulen aus der Entstehungszeit der Kirche vorgenommen, ebenso das ursprüngliche Portal in der Nordwand, sodass die historischen architektonischen Elemente wieder sichtbar und wirkungsvoll in den Kirchenraum integriert sind.
Neugestaltung des Altarraumes
Die Neugestaltung des Altarraumes als liturgische Mitte beinhaltete:
Herstellung eines Altarpodestes aus Porphyr-Naturstein
Entfernung der hölzernen Faltwand und Schaffung einer neuen Altarkulisse
Integration des großen Wandbildes von Rudolf Teufel mit einem neuen Rahmen
Übernahme der Ausstattung der Hauskapelle des bischöflichen Ordinariats Dresden, bestehend aus Altar, Ambo, Tabernakel, Osterkerze, Kruzifix, drei Sedilienstühlen und zwei Kredenzen, gefertigt von Paul Brandenburg aus Aluminiumguss
Herstellung eines neuen Taufsteins aus Porphyr
Die Herausforderung bestand darin, diese Ausstattungsstücke in ihrer künstlerischen Wirkung in den Döbelner Kirchenraum zu integrieren und die farblichen sowie strukturellen Rahmenbedingungen harmonisch zu gestalten.
Farbe und Licht als zentrale Gestaltungselemente
Farbe und Licht bestimmen, ob ein harmonisches Gesamtkonzept entsteht, ob sich die Gemeinde wohlfühlt und ob Menschen langfristig mit dem Raum leben können.
Innenraumfarbigkeit: Aufdeckung und Rekonstruktion historischer Gestaltungselemente an der Kirchendecke
Porphyr-Naturstein: Eigenfarbe tritt stärker in den Raum
Moderne LED-Beleuchtung: Akzentuierung von Altarplatz, Wandbild, neuem Kruzifix und Lesebereichen (Ambo)
Ergebnis: ein harmonisches Ganzes mit ästhetischer Eleganz und liturgischer Funktionalität
Alte Glasfenster in neuem Kontext
Die drei historischen Glasfenster, ehemals im Altarraum eingebaut, gerieten nach der Errichtung der raumhohen Trennwand zunächst in den Abstellraum. 2025 konnte die Ostdeutsche Sparkassenstiftung für die Restaurierung und Replazierung gewonnen werden. Die Fenster wurden an der Nordwand vor vorhandenen Öffnungen wieder eingesetzt, sodass Historie und Gegenwart wirkungsvoll aufeinandertreffen.
projektbeteiligte Firmen und Personen
Entwurf / Gesamtplanung / Bauleitung
Sven Taubert, Dresden – Gesamtentwurf, Planung, Koordination und Betreuung der Maßnahme
Fachplanung/ Vermessung
Michael Bendin, Pegenau – Statiker und Tragwerksplaner
Fokus Leipzig GmbH, Leipzig – Vermessung, Messbilder
künstlerische Gestaltung neue Altarwand:
Prof. Ulrich Eisner, Dresden - plastische Gestaltung der Altarkulisse
Sven Taubert, Dresden – Farbgestaltung Oberflächen
Firmenleistungen:
Alfred Brasse, Sonnenschutz- & Verdunklungsanlagen, Leisnig – Glasbauarbeiten
arcaneum, Dresden – Malerarbeiten
Baubetrieb Voigtländer GmbH, Oschatz – Bauleistungen
Dipl.-Restauratorin (VDR) Monika Vesela, Dresden – Restaurierungsleistungen
Glasmalerei Fred Krönke, Dresden - Restaurierung historischer Bleiglasfenster
Hortenbach Licht, Roßwein – Lichtgestaltung und Lichtplanung
Innenausbau Aulhorn GmbH & Co. KG, Dippoldiswalde – Tischlerarbeiten, Altarkulisse mit Beleuchtung
Jehmlich Orgelbau Dresden GmbH, Dresden – Orgelbau, Orgelsicherung
Kaus Bauer, GmbH – Elektrotechnik und Installationsarbeiten
Kraft Spezialgerüstbau GmbH, Döbeln – Gerüstbauarbeiten
Metallbau Holger Schlegel, Dresden – Metallbauarbeiten/ Metall Restaurierung/ Montagen
Parkett-Häser Raumausstattung GmbH, Dresden – Fußbodenlegerarbeiten
Radecke`s HYGMA – Baureinigung, Raumpflege
Steinmetzmeister Kampik, Striegistal – Altarpodest, Steinkonsolen, Steinrestaurierung, neuer Taufstein
Tip Top GmbH, Wadersloh – Baustelleneinrichtung
VLS Döbeln GmbH, Döbeln - Verkehrssicherheitseinrichtung
Voigtländer GmbH, Oschatz – Rückbau des Archiv-Raumes, Putz- und Maurerarbeiten, Fußbodenarbeiten
Ziegelwerk Klaus Huber GmbH & Co. KG, Nossen - Klinkersteine Fußboden
baufachliche Begleitung:
bischöfliches Ordinariat Dresden-Meißen, Dresden
denkmalpflegerische Begleitung:
Landesamt für Denkmalpflege Sachsen, Dresden
Landratsamt Mittelsachsen, Referat Bauaufsicht und Denkmalschutz
Förderung:
Ostdeutsche Sparkassenstiftung, Kreissparkasse Döbeln – finanzielle Unterstützung für die Restaurierung und Replazierung der drei Kirchen-Bleiglasfenster
Bonifazius-Werk
Dietmar-Sandow-Stiftung, Döbeln
